Die Kriegsopfer Bad Wildungens

(Teil 1)



An dieser Stelle wird der Gefallenen und Getöteten gedacht, die während des Zweiten Weltkriegs und in der Folge dieses Krieges zu Tode kamen.

Den Kriegsopfern des Deutsch-Französischen Krieges aus dem ganzen ehem. Kreis der Eder gedachte man auf Tafeln des Siegesdenkmals, welches einst unmittelbar südwestlich des Fürstenhofs stand und sich jetzt südwestlich des Waldhausteiches befindet. Dort hat es diverse Beschädigungen erlitten. Man findet es wenige Meter nördlich des Ehrenmals von 1932 für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Letzteres, ein recht monumental anmutendes Bauwerk, listet auf seinen vier Sandsteinsäulen die Namen der Gefallenen sowie Datum und Ort Ihres Todes auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg sah man sich nicht in der Lage, in gleicher Weise den Opfern des 1939 bis 1945 stattgefundenen Krieges zu gedenken. Vor der Errichtung von Gedenktafeln auf dem Neuen Friedhof nach dem Vorbild der meisten anderen deutschen Orte scheute man zurück, da dort bereits ein Gräberfeld für die verstorbenen Lazarettpatienten bestand. Im Verhältnis zum Ehrenmal von 1932 hätte ein entsprechendes Bauwerk, dass der Zahl der Opfer des jüngsten Krieges gerecht geworden wäre, jeden räumlichen, aber auch künstlerischen Rahmen gesprengt. Das gefundene Maß des Gedenkens für die Bad Wildunger Kriegsopfer des Zweiten Weltkriegs wirkt heute vergleichsweise sehr schlicht. In der Mitte des oberen Treppenaufgangs vor der Front der Säulen wurde 1955 ein roter Sandsteinquader errichtet, der die nicht minder schlichte Inschrift trägt: "UNSEREN TOTEN 1939-1945".


Bad Wildunger Kriegerehrenmal
Das Kriegerehrenmal von Bad Wildungen. Inmitten der Säulen der Gedenkstein für die
Opfer des Zweiten Weltkriegs. Rechts als Dauer-Asylantin die von der Langemarckstraße
versetzte Germania auf dem seit über 20 Jahren beschädigten Siegesdenkmal für 1870/71.


Daneben schaffte man ein anspruchsvoll gestaltetes Buch an, in das bis 1957 die, deren Namen am Ehrenmal fehlen, eingetragen wurden. Das Buch kostete in der Anschaffung 3.400 DM, wovon 1/3 von der Stadt und zwei Drittel von einem durch den Kaufmann Assmy geleiteten Förderverein und zusätzlichen Spenden bestritten wurden. Das Buch befindet sich heute in einem Ehrenraum des Stadtmuseums.

Heute wirkt es angemessen, dass der "Text" auf dem Sandsteinblock sich derart zurücknimmt. In dem Empfinden vieler Wildunger verdienen nicht nur die Menschen, welche in dem Buch Aufnahme fanden, unser Andenken, sondern auch andere, an die man seinerzeit offenbar nicht mehr oder noch nicht dachte. Schließlich sind auch die in unserer Stadt umgekommenen Fremdarbeiter und Kriegsgefangenen und auch frühere Nachbarn, die ausgegrenzt und umgebracht wurden, - jüdische Mitbürger - "unsere Toten"! Es ist daher dieser eher unscheinbare Sandsteinblock ein geeigneter Ort, unterschiedlichster Opfer von Krieg und menschenverachtender Gewalt zu gedenken.

Es darf nicht verschwiegen werden, dass es sehr verständliche Vorbehalte gegen ein gemeinsames Gedenken an alle Opfer des Krieges gibt, insbesondere wenn - wie hier - unter den Toten Angehörige von solchen Organisationen sind, die für Entstehen und Ausmaße von Gewalt und Krieg mitverantwortlich waren. Den früheren jüdischen Bürgern Bad Wildungen soll darum an anderer Stelle gedacht werden (Siehe hier).

Wir sehen die große Zahl ausgelöschter Leben als Mahnung an, militaristischem, imperialem und inhumanem Denken rechtzeitig entgegenzutreten.

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Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag am 15.11.2009
Bad Wildungen erinnert sich an den Kriegsbeginn vor 95 Jahren und vor 70 Jahren sowie an die Maueröffnung vor 20 Jahren

Volkstrauertag 2009

Volkstrauertag 2009

Ehrenwache der Bundeswehr zum Volkstrauertag 2009
Ehrenwache während der Gedenkveranstaltung


Dekan Laucht am Volkstrauertag 2009
Dekan Peter Laucht erinnerte in seiner Ansprache an die Verpflichtung zur Wachsamkeit gegen
Intoleranz und Menschenverachtung. Wo Menschen gequält würden, sei auch der Einsatz von
Gewalt - als letztes Mittel - gerechtfertigt.





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